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Die Herausforderung
Das UNESCO-Welterbezentrum betreut weltweit mehr als 1.200 Welterbestätten. Die Bedrohungen dieser Stätten (Klima, Konflikte, Entwaldung, Tourismus) machen vor nationalen oder kategorialen Grenzen nicht halt, doch jahrelang kamen die Daten zur Risikovorhersage als unkoordinierte PDFs und statische Schichten an.
Die UNESCO hatte den Sites Navigator als erste Web-Kartenanwendung gestartet, die alle Bezeichnungen in einer interaktiven Ansicht zusammenführt. Um operativ zu werden, brauchte die Plattform etwas Schwierigeres: automatisierte, wissenschaftlich fundierte Alerts über alle Stätten-Features hinweg, täglich ausgeführt und von einem kleinen internen Team wartbar.
Das Engagement
Mapular wurde als Esri-Germany-Partner hinzugezogen, um die Engine für Umwelt- und Risikoanalyse zu bauen -- den Teil, der den Navigator von einem Referenzwerkzeug zu einem täglichen operativen Instrument macht. Der Auftrag war unmissverständlich: alles nativ auf dem ArcGIS-Stack, damit das Welterbezentrum die Plattform ohne externe Entwickler betreiben kann.
Vier Liefergegenstände definierten die Arbeit:
- Eine harmonisierte Sites-Schicht -- ein kanonischer Geometriedatensatz für jede eingetragene Stätte.
- Ein automatisiertes Alert-System in täglicher und wöchentlicher Kadenz.
- Eine erweiterte Experience-Builder-App, die 50+ Datenschichten thematisch organisiert.
- Ein Monitoring-Dashboard speziell für Nicht-GIS-Mitarbeitende.
Was wir gebaut haben
Harmonisierte Sites-Schicht. Welterbestätten liegen als inkonsistente Datensätze vor -- Punkte für manche, Polygone für andere. Unsere ArcGIS-Notebooks-Pipeline führt sie zu einer einzigen kanonischen Schicht zusammen -- mit nach Kernfläche dimensionierten Pufferabständen, Höhendaten für die Tsunami-Filterung und Alert-State-Erhaltung beim Neuaufbau.
Automatisierte Alerts. Geplante ArcGIS Notebooks führen die Analysen aus, die das wissenschaftliche Team der UNESCO festgelegt hat -- Aktive Brände (NASA FIRMS), Erdbeben (USGS), Tsunamis (GDACS), Korallenbleiche (NOAA), Vegetationsstörungen (Global Forest Watch). Zwei Prinzipien halten das System kohärent: ökologische Relevanz (Korallenbleiche wird nur für natürliche und gemischte Stätten ausgewertet) und Alert, kein Urteil (das System markiert; das UNESCO-Team interpretiert).
Experience Builder + Dashboard. Über fünfzig Schichten in fünf thematischen Gruppen; ein Monitoring-Dashboard mit Arcade-Ausdrücken, die direkt aus der harmonisierten Schicht lesen. UNESCO-Markenfarben, von Anfang an für Nicht-GIS-Personal konzipiert.

Unser Ansatz
Alles out of the box gebaut. ArcGIS Online, Experience Builder, Dashboards, Notebooks, Arcade. Kein eigenes Backend, kein maßgeschneidertes Frontend. Die Vorgabe der UNESCO -- dass das interne Team die Plattform eigenständig betreiben kann -- hat jede Entscheidung geprägt.
"We're very happy that we have the technology today in our hands to do all this wonderful stuff without being, for example, a developer." -- Fernando Avakian, Project Officer, UNESCO World Heritage Centre
Das Ergebnis
Der Sites Navigator hat sich von einem Referenzwerkzeug zu einem operativen entwickelt. Weniger bekannte Stätten erscheinen nun neben den berühmten -- mit gleicher Genauigkeit. Risiken werden sichtbar, ohne dass Feldberichte eintreffen müssen -- Anomalien tauchen auf dem Dashboard auf, bevor sie die Korrespondenzkanäle der UNESCO erreichen.
Im Dezember hat das Komitee zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten den Navigator offiziell als Benachrichtigungsweg anerkannt. Während des jüngsten Nahost-Konflikts nutzte das UNESCO-Team ihn, um gemeldete Einschlag-Koordinaten nahezu in Echtzeit mit Welterbestätten abzugleichen -- das erste Mal, dass eine solche Verfolgung in dieser Geschwindigkeit und in diesem Maßstab möglich war.
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