Verkehrsnachfragemodellierung
Die Verkehrsnachfragemodellierung prognostiziert, wie viele Wege zurückgelegt werden, wohin sie führen, mit welchem Verkehrsmittel sie erfolgen und über welche Routen sie ein Verkehrsnetz durchqueren. Solche Modelle sind für die langfristige Planung, Infrastrukturinvestitionen und die Bewertung politischer Maßnahmen unverzichtbar.
Überblick
Verkehrsnachfragemodellierung (Travel Demand Modeling, TDM) bezeichnet die Prognose von Umfang und Muster des Verkehrs innerhalb eines Ballungsraums zur Unterstützung der Verkehrsplanung, von Infrastrukturinvestitionsentscheidungen und der Bewertung politischer Maßnahmen. Das klassische Vier-Stufen-Modell schätzt nacheinander die Wegeerzeugung (wie viele Wege jede Zone erzeugt und anzieht), die Wegeverteilung (welche Quellen mit welchen Zielen verbunden sind), die Verkehrsmittelwahl (welches Verkehrsmittel für jeden Weg genutzt wird) und die Routenzuweisung (welche Route jeder Weg durch das Netz nimmt).
Datengrundlage und Modellstruktur
Modelle arbeiten auf einem geografischen Rahmenwerk aus Verkehrsanalysezonen (Traffic Analysis Zones, TAZs), die mit einem kodierten Verkehrsnetz in einem GISGISGeographic Information Systems (GIS) enable users to analyze and visualize spatial data to uncover patterns, relation... verknüpft sind. Zu den Eingangsdaten zählen Bevölkerungs- und Beschäftigungsprognosen, Flächennutzungspläne, Netzcharakteristika sowie Parameter des Reiseverhaltens, die aus Haushaltsbefragungen kalibriert werden. Die Modellergebnisse umfassen Verkehrsmengen auf Straßenabschnitten, Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr auf einzelnen Linien sowie Leistungskennzahlen wie Reisezeiten und Servicequalitätsstufen (Levels of Service).
Anwendungen
Zu den Anwendungen zählen langfristige Verkehrspläne, die Investitionsszenarien über Zeiträume von 20 bis 30 Jahren bewerten, Umweltverträglichkeitsprüfungen für Großprojekte, Strategien zum Staumanagement, Förderanträge für neue Nahverkehrsvorhaben sowie Prognosen zu Mauteinnahmen. Aktivitätenbasierte Modelle ersetzen zunehmend Vier-Stufen-Modelle, indem sie die vollständigen täglichen Aktivitätsmuster einzelner Verkehrsteilnehmer simulieren und so verhaltensrealistischere Prognosen liefern. Die dynamische Verkehrszuweisung (Dynamic Traffic Assignment) ergänzt die Routenwahlmodellierung um eine zeitliche Dimension.
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