Mercator-Projektion
Die Mercator-Projektion ist eine zylindrische, winkeltreue (konforme) Kartenprojektion, die lokale Winkel und Formen bewahrt und seit dem 16. Jahrhundert den Standard für die Seefahrtnavigation bildet. Ihre Variante Web Mercator (EPSG:3857) ist die dominierende Projektion für moderne Webkartierungsplattformen.
Überblick
Die von Gerardus Mercator im Jahr 1569 entwickelte Mercator-Projektion ist eine zylindrische, winkeltreue Projektion, die die Erde auf einen am Äquator tangierenden Zylinder abbildet. Ihr charakteristisches Merkmal ist, dass alle Loxodromen (Linien mit konstantem Kompasskurs) als gerade Linien erscheinen, was sie für die Navigation von unschätzbarem Wert macht. Die Projektion bewahrt lokale Winkel und Formen, führt aber zu erheblichen Flächenverzerrungen in hohen Breiten und dehnt Objekte zu den Polen hin zunehmend aus.
Web Mercator
Die Web-Mercator-Projektion (EPSG:3857), eine vereinfachte Variante der Mercator-Projektion, hat sich als De-facto-Standard für Webkartierungsplattformen wie Google Maps, OpenStreetMapOpenStreetMapOpenStreetMap (OSM) is a collaborative, open-source mapping project that creates a free, editable map of the world. B..., Bing Maps und MapboxMapboxMapbox is a robust platform that equips developers with tools to create highly customizable, interactive maps for web... etabliert. Web Mercator behandelt die Erde als perfekte Kugel statt als Ellipsoid, was einfachere Mathematik und die effiziente Erzeugung quadratischer Kacheln (Tiles) ermöglicht. Sie schneidet die Welt bei etwa 85,06 Grad Breite ab, um eine quadratische Karte zu erzeugen, die sich gleichmäßig in Kacheln unterteilen lässt. Trotz ihrer Verzerrungsprobleme haben die rechnerische Einfachheit und die nahtlose Kachelung Web Mercator allgegenwärtig gemacht.
Verzerrungseigenschaften
Die Mercator-Projektion bewahrt Winkel perfekt (Winkeltreue), verzerrt jedoch Flächen mit zunehmender Entfernung vom Äquator immer stärker. Grönland erscheint ungefähr gleich groß wie Afrika, obwohl Afrika tatsächlich 14-mal größer ist. Die Antarktis erscheint als unendlich breiter Streifen. Diese Verzerrung wurde kritisiert, weil sie irreführende Wahrnehmungen der relativen Ländergrößen erzeugt. Die Projektion kann die Pole überhaupt nicht darstellen, da sie ins Unendliche projiziert würden.
Alternativen und Kritik
Das wachsende Bewusstsein für die Flächenverzerrung der Mercator-Projektion hat zu einer verstärkten Nutzung alternativer Projektionen für thematische Karten und Referenzkarten geführt. Flächentreue Projektionen wie Mollweide und Equal Earth werden für die Darstellung statistischer Daten empfohlen. Die AuthaGraph-Projektion versucht, alle Verzerrungen gleichzeitig zu minimieren. Trotz der Kritik bleiben Mercator und Web Mercator aufgrund ihrer praktischen Vorteile fest in Navigation und Webkartierung verankert.
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