Was sind Hochwassergefahrenflächen?
Hochwassergefahrenflächen sind die Gefahrenflächen aus den Gefahren- und Risikokarten, die die Bundesländer nach der EU-Hochwasserrichtlinie (2007/60/EG, umgesetzt in § 74 WHG) erstellen. Anders als eine rechtliche Festsetzung sind sie szenariobasiert: Für jede Wahrscheinlichkeitsklasse (häufig, mittel, extrem) modellieren die Karten, wie weit ein Hochwasser dieser Größenordnung reichen kann. Das macht sie zur Referenz für abgestufte Risikobewertung, nicht zu einer Grenze mit Rechtskraft. Dieser Layer führt die veröffentlichten Gefahrenflächen von 13 Ländern zusammen.
Wie rechtsverbindlich sind Hochwassergefahrenflächen?
Rechtliche Wirkung
Referenzdaten
Belastbare Grundlage für Analyse und Screening. Eine eigene rechtliche Wirkung hat sie nicht.
Hochwassergefahrenflächen stammen aus den Gefahren- und Risikokarten, die die EU-Hochwasserrichtlinie (2007/60/EG) und § 74 WHG vorschreiben. Sie dokumentieren modellierte Hochwasserszenarien nach Wahrscheinlichkeitsklassen und sind informativ: eine Referenz, keine Festsetzung.
Was das für Sie bedeutet
Die Flächen lösen keine unmittelbaren Bauverbote aus. Ihr praktisches Gewicht liegt woanders: Behörden ziehen sie in der Planung heran, Versicherer und Finanzierer nutzen sie zur Abstufung der Exponierung, und in Due-Diligence-Berichten tauchen sie regelmäßig als Befund auf.
Welche Attribute enthalten die Hochwassergefahrenflächen-Daten?
- Szenarioklasse: Die Wahrscheinlichkeitsklasse jeder Fläche, also häufiges, mittleres oder extremes Szenario, wie vom Land klassifiziert.
- Geometrietyp: Flächenpolygone oder Grenzlinien, je nachdem, wie das Land seine Gefahrenkarten veröffentlicht; der Typ ist je Objekt gekennzeichnet.
- Gewässerbezug: Soweit veröffentlicht, das Risikogebiet oder Gewässer, auf das sich die Gefahrenkartierung bezieht.
- Bundesland: Das Herkunftsland jeder Fläche, für Nachvollziehbarkeit und methodische Einordnung.
Die Länder setzen die Hochwasserrichtlinie mit eigenen Modellierungs- und Kartierungskonventionen um. Der geometrische Detailgrad unterscheidet sich zwischen den Ländern, und einige Länder veröffentlichen Gefahrenbereiche als Grenzlinien statt als vollständige Flächenpolygone. Wir liefern die Geometrie jedes Landes so, wie sie amtlich veröffentlicht ist, und kennzeichnen sie eindeutig, damit Sie immer wissen, was ein Objekt darstellt.
Wofür werden Hochwassergefahrenflächen-Daten genutzt?
- Abgestuftes Portfolio-Risiko: Objekte nach Szenarioklasse einordnen (häufig, mittel oder extrem) statt eines binären Hochwasser-Flags.
- Due Diligence: Dokumentieren, welches Gefahrenszenario ein Zielobjekt berührt, als Ergänzung zu den rechtlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten.
- Underwriting: Prämien und Exponierung anhand amtlicher Szenarioklassen aus den Karten der EU-Hochwasserrichtlinie differenzieren.
- Infrastrukturplanung: Standortentscheidungen am Extremszenario stresstesten, bevor ein Standort festgezurrt wird.
Woher stammen die Hochwassergefahrenflächen-Daten?
Bezogen aus den amtlichen Hochwassergefahren- und -risikokarten, die die Wasserbehörden und Geoportale der Länder nach der EU-Hochwasserrichtlinie veröffentlichen.
Welche Bundesländer decken die Hochwassergefahrenflächen ab?
Verfügbar für 13 von 16 Bundesländern. Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen veröffentlichen Hochwassergefahrenflächen nicht an der Quelle. Wo ein Land sie veröffentlicht, führen wir sie. Die Abdeckung spiegelt damit die amtliche Veröffentlichungslage wider, offen benannt.
Abdeckung nach Bundesland
- BBBrandenburgVerfügbar
- BEBerlinVerfügbar
- BWBaden-WürttembergVerfügbar
- BYBayernVom Land nicht veröffentlicht
- HBBremenVerfügbar
- HEHessenVerfügbar
- HHHamburgVerfügbar
- MVMecklenburg-VorpommernVerfügbar
- NINiedersachsenVerfügbar
- NWNordrhein-WestfalenVerfügbar
- RPRheinland-PfalzVerfügbar
- SHSchleswig-HolsteinVerfügbar
- SLSaarlandVerfügbar
- SNSachsenVerfügbar
- STSachsen-AnhaltVom Land nicht veröffentlicht
- THThüringenVom Land nicht veröffentlicht
Wo das Bundesland diese Ebene veröffentlicht, führen wir sie: heute 13 von 16 Bundesländern. Wo nicht, sagen wir das.
Abdeckungslücke
Ihre Zielregion ist nicht abgedeckt?
Die Abdeckung folgt dem, was jedes Bundesland und jede Gemeinde tatsächlich digitalisiert hat. Es gibt also echte Lücken, und sie liegen nicht immer dort, wo man sie erwartet. Nennen Sie uns Region und Ebene, und wir prüfen, was sich dafür beschaffen lässt, auch Daten, die wir heute nicht aufführen.
Sagen Sie uns, was Sie brauchenWie erhalten Sie Hochwassergefahrenflächen als GIS-Daten?
Ein einheitlicher Datensatz: Bereit für die direkte Integration in Ihre GIS-, CAD- oder BI-Tools. Standardformate, dokumentiertes Schema.
Mapular Explorer: Sofortige Planungsoberfläche, kein GIS-Setup erforderlich. Filtern, analysieren und exportieren Sie direkt aus Ihrem Browser.
Häufige Fragen zu Hochwassergefahrenflächen
Was ist der Unterschied zwischen Hochwassergefahrenflächen und Überschwemmungsgebieten?
Hochwassergefahrenflächen stammen aus den Gefahrenkarten der EU-Hochwasserrichtlinie (2007/60/EG, umgesetzt über § 74 WHG): Sie modellieren, wie weit Hochwasser bestimmter Wahrscheinlichkeit reichen kann, und sind informativ. Überschwemmungsgebiete sind nach § 76 WHG rechtlich festgesetzte Flächen mit verbindlichen Baubeschränkungen nach § 78 WHG. Ein Standort kann in einem Gefahrenszenario liegen, ohne in einem festgesetzten Gebiet zu liegen, und umgekehrt.
Was bedeuten die Hochwasser-Szenarioklassen?
Die Gefahrenkarten unterscheiden Hochwasser nach Wahrscheinlichkeit: ein häufiges Szenario (hohe Wahrscheinlichkeit, oft etwa HQ10–HQ30), ein mittleres Szenario (typischerweise das hundertjährliche Hochwasser, HQ100) und ein Extremszenario mit niedriger Wahrscheinlichkeit (HQextrem). Jede Klasse beantwortet eine andere Frage: Das häufige Szenario markiert wiederkehrendes operatives Risiko, das Extremszenario zeigt den plausiblen Worst Case für die Resilienzplanung.
Sind Hochwassergefahrenflächen rechtsverbindlich?
Nein. Hochwassergefahrenflächen sind szenariobasierte Gefahrenbereiche aus den Karten der EU-Hochwasserrichtlinie: ein Referenzwert, keine rechtliche Festsetzung. Sie lösen selbst keine Bauverbote aus. Verbindliche Beschränkungen knüpfen an festgesetzte Überschwemmungsgebiete nach § 76 und § 78 WHG an. In der Praxis zählen die Gefahrenflächen trotzdem: Behörden, Versicherer und Finanzierer nutzen sie zur Bewertung der Hochwasserexponierung.
Warum deckt der Datensatz 13 von 16 Bundesländern ab?
Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen veröffentlichen ihre Hochwassergefahrenflächen nicht an der Quelle. Wo ein Land sie veröffentlicht, führen wir sie, der Layer deckt daher die übrigen 13 Länder ab. Wir benennen diese Lücke lieber offen, als sie mit modellierten Ersatzdaten zu füllen, die nicht den amtlichen Gefahrenkarten entsprächen, mit denen die Behörden selbst arbeiten.
Warum unterscheiden sich die Geometrien zwischen den Bundesländern?
Jedes Land erstellt seine Gefahrenkarten mit eigener Modellierung und eigenen Kartierungskonventionen im gemeinsamen Rahmen der EU-Hochwasserrichtlinie. Der geometrische Detailgrad variiert daher, und einige Länder veröffentlichen Gefahrenbereiche als Grenzlinien statt als vollständige Flächenpolygone. Der Layer liefert die Geometrie jedes Landes wie amtlich veröffentlicht und kennzeichnet ihren Typ, sodass Analysen transparent bleiben.
Wie werden Hochwassergefahrendaten in Due Diligence und Underwriting genutzt?
Gefahrenszenarien machen aus der Frage 'Gibt es Hochwasserrisiko?' eine abgestufte Antwort: Ein Standort, den nur das Extremszenario berührt, ist ein anderer Befund als einer im häufigen Szenario. Due-Diligence-Teams dokumentieren, welche Szenarioklasse jedes Objekt betrifft; Versicherer differenzieren damit ihre Exponierung; Planer nutzen das Extremszenario, um Infrastrukturstandorte zu stresstesten.