Was sind Überschwemmungsgebiete?
Überschwemmungsgebiete sind nach § 76 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) förmlich festgesetzte Flächen: Gebiete, die statistisch mindestens einmal in hundert Jahren überschwemmt werden oder für den Hochwasserrückhalt benötigt werden. Die Festsetzung erfolgt per Landesverordnung und macht die Grenze rechtsverbindlich, denn § 78 WHG knüpft Bauverbote und Genehmigungsvorbehalte daran. Dieser Layer führt die amtlich veröffentlichten Festsetzungen von 13 Bundesländern in einem abfragbaren Datensatz zusammen.
Wie rechtsverbindlich sind Überschwemmungsgebiete?
Rechtliche Wirkung
Rechtsverbindlich
Diese Festsetzung wirkt unmittelbar rechtlich. Sie kann ein Vorhaben zulassen oder verhindern.
Festgesetzte Überschwemmungsgebiete werden per Rechtsverordnung der Länder nach § 76 WHG ausgewiesen. Die Festsetzung ist ein verbindlicher Rechtsakt, kein Modellergebnis: Behörden, Gerichte und Genehmigungsverfahren arbeiten mit genau diesen Grenzen.
Was das für Sie bedeutet
Innerhalb festgesetzter Gebiete untersagt § 78 WHG die Ausweisung neuer Baugebiete und stellt die Errichtung baulicher Anlagen unter Genehmigungsvorbehalt, typischerweise mit Auflagen wie hochwasserangepasstem Bauen und Ausgleich verlorenen Rückhalteraums. Für vorläufig gesicherte Gebiete gilt dieses Regime entsprechend.
Welche Attribute enthalten die Überschwemmungsgebiete-Daten?
- Festsetzungsstatus: Ob ein Gebiet festgesetzt oder vorläufig gesichert ist, soweit das Land diese Unterscheidung veröffentlicht.
- Name und Gewässer: Der Name der Festsetzung und, soweit veröffentlicht, das zugehörige Gewässer.
- Geometrie: Flächenpolygone der festgesetzten Grenze, geliefert wie vom Land veröffentlicht.
- Bundesland: Das Herkunftsland jeder Festsetzung, für Nachvollziehbarkeit und landesrechtliche Anschlussprüfungen.
Die Rechtsgrundlage ist bundesweit einheitlich, die Umsetzung Ländersache: Namenskonventionen, Attributtiefe und die Veröffentlichung der Unterscheidung zwischen festgesetzt und vorläufig gesichert unterscheiden sich zwischen den 13 abgedeckten Ländern. Wir harmonisieren Struktur und Format, erhalten aber den originalen Festsetzungsinhalt jedes Landes, sodass jedes Objekt auf seine amtliche Quelle rückführbar bleibt.
Wofür werden Überschwemmungsgebiete-Daten genutzt?
- Portfolio-Screening: Alle Bestände in einer Abfrage mit festgesetzten Überschwemmungsgebieten verschneiden und § 78-belastete Flurstücke markieren.
- Transaktions-Due-Diligence: Dokumentieren, ob ein Zielobjekt in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet liegt, mit dem Festsetzungsstatus als Beleg.
- Versicherung und Finanzierung: Rechtlich festgesetzte Überschwemmungsgebiete von modellierter Gefährdung unterscheiden, wenn Sicherheiten und Exponierung bewertet werden.
- Standortwahl und Planung: Verbindliche Baubeschränkungen erkennen, bevor Planung, Genehmigungsbudgets oder Grundstücksverhandlungen beginnen.
Woher stammen die Überschwemmungsgebiete-Daten?
Bezogen aus den amtlichen Geoportalen und von den Wasserbehörden der Bundesländer, denselben Festsetzungen, mit denen auch die Genehmigungsbehörden arbeiten.
Welche Bundesländer decken die Überschwemmungsgebiete ab?
Verfügbar für 13 von 16 Bundesländern. Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt veröffentlichen festgesetzte Überschwemmungsgebiete nicht an der Quelle. Wo das Land sie veröffentlicht, führen wir sie, ohne Lücken mit Schätzungen zu füllen.
Abdeckung nach Bundesland
- BBBrandenburgVerfügbar
- BEBerlinVerfügbar
- BWBaden-WürttembergVom Land nicht veröffentlicht
- BYBayernVom Land nicht veröffentlicht
- HBBremenVerfügbar
- HEHessenVerfügbar
- HHHamburgVerfügbar
- MVMecklenburg-VorpommernVerfügbar
- NINiedersachsenVerfügbar
- NWNordrhein-WestfalenVerfügbar
- RPRheinland-PfalzVerfügbar
- SHSchleswig-HolsteinVerfügbar
- SLSaarlandVerfügbar
- SNSachsenVerfügbar
- STSachsen-AnhaltVom Land nicht veröffentlicht
- THThüringenVerfügbar
Wo das Bundesland diese Ebene veröffentlicht, führen wir sie: heute 13 von 16 Bundesländern. Wo nicht, sagen wir das.
Abdeckungslücke
Ihre Zielregion ist nicht abgedeckt?
Die Abdeckung folgt dem, was jedes Bundesland und jede Gemeinde tatsächlich digitalisiert hat. Es gibt also echte Lücken, und sie liegen nicht immer dort, wo man sie erwartet. Nennen Sie uns Region und Ebene, und wir prüfen, was sich dafür beschaffen lässt, auch Daten, die wir heute nicht aufführen.
Sagen Sie uns, was Sie brauchenWie erhalten Sie Überschwemmungsgebiete als GIS-Daten?
Ein einheitlicher Datensatz: Bereit für die direkte Integration in Ihre GIS-, CAD- oder BI-Tools. Standardformate, dokumentiertes Schema.
Mapular Explorer: Sofortige Planungsoberfläche, kein GIS-Setup erforderlich. Filtern, analysieren und exportieren Sie direkt aus Ihrem Browser.
Häufige Fragen zu Überschwemmungsgebieten
Was ist der Unterschied zwischen Überschwemmungsgebieten und Hochwassergefahrenflächen?
Überschwemmungsgebiete sind nach § 76 WHG rechtlich festgesetzte Flächen, ihre Grenzen lösen verbindliche Baubeschränkungen nach § 78 WHG aus. Hochwassergefahrenflächen stammen aus den Gefahrenkarten der EU-Hochwasserrichtlinie: Sie zeigen szenariobasiert, wie weit ein Hochwasser bestimmter Wahrscheinlichkeit reichen kann, sind aber informativ und keine rechtliche Festsetzung. Für eine gründliche Risikoprüfung braucht man in der Regel beide Layer.
Darf man in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet bauen?
In festgesetzten Überschwemmungsgebieten untersagt § 78 WHG die Ausweisung neuer Baugebiete und stellt die Errichtung baulicher Anlagen unter einen strengen Genehmigungsvorbehalt. Ausnahmen sind möglich, müssen aber einzeln von der Wasserbehörde zugelassen werden, typischerweise mit Auflagen wie hochwasserangepasster Bauweise und Ausgleich verlorenen Rückhalteraums. Ein Flurstück im festgesetzten Gebiet ist daher ein wesentlicher Due-Diligence-Befund, keine Formalie.
Warum deckt der Datensatz 13 von 16 Bundesländern ab?
Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt veröffentlichen ihre festgesetzten Überschwemmungsgebiete nicht an der Quelle. Wo ein Land die Festsetzungen veröffentlicht, führen wir sie, der Layer deckt daher die 13 Länder ab, die das tun. Wir benennen das offen, statt Lücken mit Schätzungen zu füllen: Ein rechtsverbindlicher Layer muss auf die amtliche Festsetzung rückführbar bleiben.
Was bedeutet 'festgesetzt' im Unterschied zu 'vorläufig gesichert'?
Festgesetzt heißt: Das Überschwemmungsgebiet ist per Rechtsverordnung förmlich ausgewiesen, die Beschränkungen des § 78 WHG gelten vollständig. Vorläufig gesichert heißt: Das Gebiet ist bis zur förmlichen Festsetzung vorläufig gesichert, und die Vorgaben des § 78 WHG gelten in dieser Übergangszeit entsprechend. Soweit die Länder den Festsetzungsstatus veröffentlichen, ist er als Attribut im Layer enthalten.
Warum abfragbare GIS-Daten statt der Kartenviewer der Länder?
Jedes Land veröffentlicht seine Festsetzungen im eigenen Viewer, mit eigener Oberfläche, Projektion und eigenen Attributnamen. Ein bundesweites Portfolio so zu prüfen bedeutet sechzehn getrennte Einzelabfragen pro Prüfrunde. Als ein harmonisierter Layer lassen sich alle Standorte in einer einzigen Abfrage mit den festgesetzten Grenzen verschneiden, die Ergebnisse als Nachweis dokumentieren und die Prüfung bei jeder Portfolioänderung wiederholen.
Wie prüfe ich, ob ein bestimmtes Grundstück in einem Überschwemmungsgebiet liegt?
Verschneiden Sie die Grundstücksgeometrie (Flurstück, Adresspunkt oder Gebäudeumriss) mit den festgesetzten Überschwemmungsgebiets-Polygonen. Da Überschwemmungsgebiete als verbindliche Grenzen veröffentlicht werden, liefert das Ergebnis eine klare Ja/Nein-Antwort pro Standort statt einer Wahrscheinlichkeitsschätzung. Für Transaktionen lässt sich das Verschneidungsergebnis als Dokumentation exportieren, für Portfolios läuft dieselbe Abfrage über alle Bestände gleichzeitig.