ÖPNV-Erreichbarkeit
Die ÖPNV-Erreichbarkeit misst, wie leicht Menschen Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Taktfrequenz, Reisezeit, Umstiegen und Gehdistanz zu Haltestellen. Sie ist eine zentrale Kennzahl für Gerechtigkeit bei der Bewertung der Leistungsfähigkeit von Nahverkehrssystemen.
Überblick
Die ÖPNV-Erreichbarkeit ist ein Maß dafür, wie gut der öffentliche Nahverkehr Menschen mit den Zielen verbindet, die sie erreichen müssen. Dabei werden die Gehdistanz zu Haltestellen, Wartezeiten auf Basis der Taktfrequenz, die Fahrzeit im Fahrzeug, Umstiegsanforderungen sowie die Verteilung der Möglichkeiten an erreichbaren Zielen berücksichtigt. Im Gegensatz zu einfachen Abdeckungskennzahlen, die nur die Nähe zu einer Haltestelle betrachten, erfasst die Erreichbarkeit die gesamte Reiseerfahrung vom Start- bis zum Zielort.
GIS-basierte Analyse
Die GISGISGeographic Information Systems (GIS) enable users to analyze and visualize spatial data to uncover patterns, relation...-basierte Analyse der ÖPNV-Erreichbarkeit nutzt GTFS-Fahrplandaten (General Transit Feed Specification), um realistische Tür-zu-Tür-Reisezeiten mit dem Nahverkehr zu verschiedenen Tageszeiten zu berechnen. Isochronenkarten zeigen alle Gebiete, die innerhalb festgelegter Zeitschwellen von einem beliebigen Standort aus erreichbar sind, während kumulative Erreichbarkeitsmaße die Anzahl der Arbeitsplätze, Dienstleistungen oder Einrichtungen zählen, die innerhalb bestimmter Reisezeitbudgets zugänglich sind. Vergleichende Analysen zwischen ÖPNV- und Pkw-Erreichbarkeit offenbaren die Wettbewerbslücke, die die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst.
Anwendungen
Zu den Anwendungen zählen die ÖPNV-Gerechtigkeitsanalyse, die misst, ob einkommensschwache und Minderheitengemeinschaften ausreichenden Zugang zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungen haben, die Angebotsplanung, die Routen und Fahrpläne mit der größten Erreichbarkeitswirkung pro investiertem Euro identifiziert, die Bewertung ÖPNV-orientierter Entwicklung (Transit-Oriented DevelopmentTransit-Oriented DevelopmentTransit-Oriented Development (TOD) is an urban planning strategy that concentrates housing, jobs, and amenities aroun...), die quantifiziert, wie Bebauung in Bahnhofsnähe die regionale Erreichbarkeit verbessert, sowie die Gesundheitsforschung, die den Zugang zum Nahverkehr mit der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens und gesundheitlichen Ungleichheiten in Beziehung setzt. ÖPNV-Erreichbarkeitskennzahlen fließen zunehmend in Entscheidungen über Bundesfördermittel und in die Verkehrspolitik der Länder ein.
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